Gesundheitssystem unter Reformdruck
Es muss was passieren!
Dass die Politik den Reformdruck im Gesundheitssystem erkannt und mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) erste Maßnahmen zur finanziellen Entlastung ergriffen hat, ist ein guter Ausgangspunkt für die weitere Legislatur. Mit dem Ende der parlamentarischen Sommerpause und dem Ministerwechsel im Bundesgesundheitsministerium (BMG) beginnt eine wichtige Phase: Für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems ist die nun folgende gesundheitspolitische Agenda entscheidend. Die gesetzlichen Krankenkassen möchten diesen Moment der Neujustierung nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, worauf es jetzt in der Gesundheitspolitik ankommt.
Stabile Beiträge brauchen strukturelle Reformen
Trotz der Maßnahmen des BStabG bleibt die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiterhin angespannt. Die Leistungsausgaben steigen weiterhin stärker als die Einnahmebasis aus Löhnen, Gehältern und Renten. Zudem müssen viele Kassen weiterhin Rücklagen aufbauen – stabile Beiträge sind deshalb nicht garantiert. Reformen, etwa in der Pflegeversicherung oder im Rahmen des geplanten Primärversorgungssystems, wurden aufgeschoben oder lassen auf sich warten.
Klar ist: Damit das System langfristig stabil, solidarisch und leistungsfähig ist, führt an strukturellen Reformen kein Weg vorbei. Die Politik ist jetzt deshalb gefordert, Reformen anzuschieben und konsequent voranzubringen. Ziel muss ein sicher finanziertes Gesundheitssystem mit qualitativ hochwertiger und effizient organisierter Versorgung sein.
Es gibt ein gemeinsames Ziel: die gesundheitliche Absicherung der rund 75 Millionen in der GKV Versicherten. Wir setzen uns dafür ein, dass die Beiträge für eine hochwertige und zugleich wirtschaftliche Versorgung verwendet und die Ausgaben für Gesundheit fair verteilt werden. Alle gesetzlichen Krankenkassen stehen aus Überzeugung hinter einem Solidarsystem, das heute 90 % der Bevölkerung absichert – unabhängig von Alter, Einkommen oder Krankheitsrisiko. Es ist wichtig, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, statt zu spalten. Es gilt, ein insgesamt gut funktionierendes Gesundheitssystem weiterzuentwickeln, statt es kaputtzureden.
Wir sind bereit, konstruktiv an den dringend benötigten Reformprozessen mitzuwirken, und die Kernforderung ist klar definiert:
Die Politik muss jetzt grundlegende Veränderungen im Gesundheitssystem anstoßen!
- An bestehenden Gesetzen festhalten, statt sie aufzuweichen
Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) ist ein wichtiger erster Schritt zur dringend nötigen finanziellen Entlastung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser Kraftakt der Regierung darf nun nicht durch Zugeständnisse nachträglich aufgeweicht werden. Jede neue Ausnahme für Leistungserbringer und die Industrie würde Versicherte und Arbeitgeber zusätzlich finanziell belasten. - Drängende Reformen jetzt anpacken statt verschleppen
Jetzt müssen entscheidende Weichen für ein zukunftssicheres Gesundheitssystem gestellt werden. Drängende Reformen dürfen nicht weiter aufgeschoben werden, sondern müssen mutig angepackt werden. Priorität hat jetzt eine stabile und zukunftssichere Finanzierung in der GKV sowie der Pflegeversicherung. Dazu gehört auch, die über fünf Milliarden € Schulden des Bundes aus der Coronazeit an die Pflegekassen zurückzuzahlen und die Kosten für Grundsicherungsgeld Beziehende vollumfänglich aus Steuermitteln zu finanzieren. - Reformen konstruktiv begleiten statt blockieren
Damit Reformen von der Gesellschaft getragen werden, ist ein konstruktiver Umgang im Gesundheitssystem unerlässlich. Kritik ist wichtig und notwendig – Drohkulissen, Blockaden oder Symboldebatten behindern hingegen die dringend benötigten Verbesserungen und stiften Unsicherheit. Politik, GKV und Leistungserbringer sind jetzt gemeinsam gefordert, gute Lösungen zu entwickeln.
Auch die BKK EWE wird diesen Weg aktiv mitgestalten.
Als kleine, betriebsbezogene Krankenkasse kennen wir Ihre Anliegen und Herausforderungen aus dem direkten Austausch, erleben Ihre Fragen und Sorgen im persönlichen Kontakt und erhalten unmittelbar Rückmeldungen dazu, wo Versorgung gut funktioniert – und wo sie verbessert werden muss. Wir tauschen Erfahrungen mit unseren Gesundheitspartnern aus, entwickeln Ideen weiter und schaffen Angebote, von denen Sie profitieren. Die besten Lösungen finden wir nur gemeinsam. Zusammenarbeit und Vielfalt sind ein Gewinn, den es zu erhalten und auszubauen gilt.
Diese Erfahrungen wollen wir in die anstehenden Reformprozesse einbringen und uns konstruktiv daran beteiligen, Lösungen in Ihrem Sinne voranzutreiben. Denn für uns bedeutet Gesundheitsversorgung nicht nur die Betrachtung von Zahlen und Strukturen, sondern vor allem, dass Sie im entscheidenden Moment verlässliche Unterstützung und eine gute Versorgung erhalten.
Wir wollen Verantwortung übernehmen und unseren Beitrag dazu leisten, die GKV zukunftsfest, solidarisch und nachhaltig aufzustellen.
Veröffentlicht: 21.09.2026 - Aktualisiert: 22.09.2026