Zahlen und Fakten – Geschäftsbericht 2023

Liebe Leserinnen und Leser,

im Jahr 2023 erzielte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Einnahmen in Höhe von 304,5 Milliarden €. Diesen standen Ausgaben von 306,4 Milliarden € gegenüber.

Zusatzbeitrag weiterhin stabil

Damit wiesen die Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2023 einen Überschuss der Ausgaben von rund 1,9 Mrd. € aus. Dies hing maßgeblich mit der Verpflichtung des Gesetzgebers im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes zusammen, im Jahr 2023 insgesamt ca. 2,5 Mrd. € aus den Finanzreserven der Krankenkassen an den Gesundheitsfonds abzuführen. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen Ende Dezember 2023 8,4 Mrd. € bzw. rund 0,3 Monatsausgaben und liegen damit nur noch knapp über der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben.

Der „Griff in die Kasse“ sollte vor allem verhindern, dass die Zusatzbeiträge im Jahr 2023 zu stark steigen. Allerdings konnte die Maßnahme nicht verhindern, dass der „amtliche“ durchschnittliche Zusatzbeitrag im Jahr 2023 von zunächst 1,3 auf 1,6 % anstieg und dann seit dem 01.01.2024 nochmal auf 1,7 %.

Die BKK EWE konnte ihren Zusatzbeitrag nicht nur im Jahr 2023 stabil bei 0,9 % halten, sondern auch weiterhin im Jahr 2024. Damit liegt der Zusatzbeitrag mehr als 40 % unter dem Durchschnitt der GKV. Die Versicherten und Arbeitgeber erzielen dadurch als Beitragszahler einen deutlichen finanziellen Vorteil durch die Mitgliedschaft bei der BKK EWE.

Von der Vermögensabgabe war die BKK EWE nicht betroffen. Durch das Einwirken der Verbände des BKK-Systems und insbesondere dem Engagement des Vereins der betriebsbezogenen und betriebsnahen Krankenkassen (BKV e.V.) war es gelungen, einen Sockelbetrag für die notwendige Absicherung gerade kleinerer Betriebskrankenkassen von der Vermögensabgabe auszuschließen.

In Bezug auf die konkreten Geschäftsergebnisse der BKK EWE gab es im Geschäftsjahr 2023 einige Sondereffekte, die den Jahresabschluss beeinflussten. Dazu gehörte insbesondere die Auflösung von Rückstellungen für Hochkostenleistungsfälle, aber auch die Verpflichtung von offenen Nachberechnungen im Krankenhausbereich.

Abschluss mit Überschuss und Marktposition verbessert

Die BKK EWE konnte das Geschäftsjahr 2023 mit einem Überschuss von 2.448.814,77 € abschließen (167,06 € je Versicherten). Im Vergleich zur defizitären GKV insgesamt konnte die BKK EWE damit ihre Marktposition verbessern, zumal dieser Überschuss mit einem Zusatzbeitrag von 0,9 % erwirtschaftet wurde.

Der notwendige prozessuale Anpassungs- und Investitionsbedarf bei der BKK EWE bleibt weiterhin hoch. Trotzdem blieben die Verwaltungskosten im Jahr 2023 stabil. Jedoch erfordern die Digitalisierung und die Gewährleistung der IT-Sicherheit in Zukunft weitere Investitionen, so dass dafür mit einem steigenden finanziellen Aufwand bei der BKK EWE zu rechnen sein wird.

Insgesamt besteht in der GKV für die Zukunft ein hoher Reformbedarf. Der finanzielle Druck auf das gesamte System nimmt zu, zumal bisher diskutierte Strukturanpassungen wie die Krankenhausreform und die Entbudgetierung der Hausärzte eher neue Kosten produzieren als Entlastungseffekte erreichen.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen sieht sich die BKK EWE auch finanziell für die Zukunft gut aufgestellt.

Die detaillierten Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023 sind in den folgenden Abschnitten zu finden.

Versichertenentwicklung

Insgesamt war in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine geringe Wechselneigung zu beobachten. Jedoch macht sich der unterdurchschnittliche Beitragssatz für die BKK EWE positiv bemerkbar. Das Versichertenwachstum fiel im Jahr 2023 im Vergleich zu den Vorjahren stärker aus.

Erfolgsrechnung

Das Jahr 2023 schloss die BKK EWE mit einem Einnahmenüberschuss von 2.448.814,77 € ab. Beeinflusst wurde das Ergebnis, wie bereits eingangs erwähnt, im Wesentlichen durch einen Sondereffekt. Die Rückstellungen für 2 Hochkostenfälle wurden aufgelöst, da die Sachgründe dafür entfallen waren. Der Wegfall der Hochkostenfälle wirkte sich auch auf die Einnahmen aus, da dadurch auch die zu erwartenden Rückflüsse aus dem Risikopool zurückgingen. 

Die Ausgaben sanken durch diesen Sondereffekt um 3,2 % von 49,1 Mio. Euro auf 47,5 Mio. €. Rund 93 % der Gesamtausgaben investierte die BKK EWE dabei in Gesundheitsleistungen ihrer Versicherten. Die Einnahmen stiegen trotz sinkender Rückflüsse des Risikopools leicht um 0,8 % auf 50 Mio. €.

Leistungsausgaben

44,2 Mio. € hat die BKK EWE für die Gesundheitsleistungen ihrer Versicherten aufgewendet. Der größte Ausgabenblock waren dabei nach wie vor die Krankenhausbehandlungen (29,5 %). Zweitgrößte Position waren die ambulanten ärztlichen Behandlungskosten mit einem Anteil von 19,9 %. Die Arzneimittelkosten lagen auf dem dritten Rang. Ihr Anteil betrug im Jahr 2023 13,6 %.

Die Leistungsausgaben beliefen sich auf 3.016,03 € je Versicherten. Das waren 4,47 % weniger als im Vorjahr. Beeinflusst wurde das Ergebnis durch die Auflösung der Rückstellung für Hochleistungsfälle. Ohne diesen Sondereffekt würde sich ein Anstieg der Leistungsausgaben von 0,45 % ergeben und wäre damit im Verhältnis zur gesamten GKV sehr moderat.

Durch die Ausbuchung der Rückstellungen wurden die Veränderungsraten der Arzneimittel, Hilfsmittel und der häuslichen Krankenpflege stark beeinflusst. Rechnet man auch hier den Sondereffekt heraus, wäre die Entwicklung bei den Arzneimitteln und bei der häuslichen Krankenpflege stabil. Die Hilfsmittel hätten einen Anstieg von über 11 % zu verzeichnen.

Auffällige Leistungsbereiche sind darüber hinaus noch die Heilmittel und die Krankenhausbehandlung. Die Heilmittel sind dabei z.T. von den Fallzahlen beeinflusst, aber in erster Linie von der überproportionalen Preisentwicklung. Auch im Krankenhaussektor stiegen die Fallzahlen. Hier sind einige Sondereffekte durch offene Vertragsabschlüsse zu den verschiedenen Budgets und den Corona-Erlösausgleichen eingeflossen.

Im Bereich des Zahnersatzes und der Vorsorge- und Rehamaßnahmen gab es offensichtlich einen Nachholeffekt. Aufgeschobene Behandlungen aus der Corona-Zeit wurden nachgeholt.

Bei der Dialyse gab es im Jahr 2022 einen Sondereffekt durch die Bildung von Rückstellungen. Blendet man diesen aus, entwickelten sich die Dialysekosten in 2023 unauffällig.

Wie auch in den Vorjahren investierte die BKK EWE je Versicherten mehr Mittel im Bereich der Prävention als der Durchschnitt der gesetzlichen Krankenkassen. Nach den coronabedingten Rückgängen der Aufwendungen seit dem Jahr 2020 wurde im Jahr 2023 erstmals das Niveau von 2019 wieder erreicht bzw. leicht überschritten.

Veröffentlicht: 28.08.2024 - Aktualisiert: 16.09.2024